Klosterdorfbewohner besuchen Kartäuser Kloster

Gemeinsam unterwegs Richtung Schaffhausen

Anfang September war es wieder so weit; die KAB und die Kolping Familie traten gemeinsam die Vereinsreise an.

Frühmorgens stand der Car beim Güterschuppen bereit. Fast alle Plätze waren mit erwartungsvollen Mitgliedern und Nichtmitgliedern gefüllt. Kaum waren die Letzten eingestiegen, ging die Fahrt auch schon los. Der Weg führte zum Zürichsee hinunter, über den Seedamm und von dort via Zürcher Oberland nach Schaffhausen.

Kaffee mit Blick auf den Rheinfall

Im Norden der Schweiz stand der erste Stopp mit Kaffee auf dem Programm. Alle waren gespannt, ob der Rhein genug Wasser führt, damit der Fall sich in seiner vollen Pracht zeigen kann. Die Einsiedler wurden nicht enttäuscht. Direkt am Ufer des Rheins mit Blick auf den Rheinfall konnten sie einen feinen Kaffee und Gipfeli geniessen.

Das Wetter war eher bedeckt, doch für ein, zwei Selfies oder Portraitfotos mit den Kaskaden war das Licht ausreichend.

Mit der Krämersfrau durch Stein am Rhein

Dann ging es schon weiter auf der Reise. Nächstes Etappenziel war Stein am Rhein. Hier erwartete die Reisenden eine einstündige Führung mit einer Krämersfrau. Sie konnte viel aus dem «Krämerkörbchen» erzählen und führte die Gäste durch die Neben- und Hintergassen des kleinen Städtchens. Nebst Klatsch und Tratsch wurden auch historisch bedeutende Stellen gezeigt und erklärt. U. a., wo im Zweiten Weltkrieg die Bomben der Alliierten aus Versehen eingeschlagen waren. An diesen Stellen sieht man gut die abweichende Architektur, die beim Wiederaufbau eingesetzt wurde.

Mittels eines kleinen Theaters wurde den Teilnehmern die tägliche Arbeit einer Krämersfrau nahegebracht. Sie gingen früher von Haus zu Haus und verkauften allerlei; von gehäkelten Babyhauben über Gallseife bis hin zu Korkzapfen und Rasierpinseln. Natürlich waren die Frauen auch immer auf dem neusten Stand der zeitnahen Geschehnisse des Orts. Also sozusagen die News Scouts ihrer Zeit.

Die Stunde verflog im Nu und die versierte Führerin leitete die hungrigen Gäste zum Restaurant direkt am Fluss.

Mittagessen und Zeit zum Entdecken

Nach einem reichlichen Mittagessen konnten die Promenade und die Hauptstrasse von Stein am Rhein auf eigene Faust besichtigt werden. Die wunderschön verzierten Häuser am Hauptplatz riefen zum Bestaunen auf und der Warenmarkt lud zum «Krämern» ein. Als alle wieder ihren Platz im Bus eingenommen hatten, ging es weiter zur Etappe «Kaffee und Kuchen».

Kaffee und Kuchen in der Kartause Ittingen

In der Kartause Ittingen in Warth-Weiningen wartete ein reichlich ausgestattetes Kuchenbuffet auf die Einsiedler.

Auf den Spuren der Kartäuser

Einsiedler ist auch eine treffende Bezeichnung für die früheren Bewohner des Klosters. Die Kartäuser waren eine sehr strikt an die Gelübde gebundene Gesellschaft. In ihren Häusern hatten sie sich dem Gebet, dem Studium und der Handarbeit in Einsamkeit gewidmet. Und dies grösstenteils schweigend. Im Museum kann man besichtigen, wie die Mönche zu ihrer Zeit gelebt hatten. Auch lädt der wunderschöne Garten mit Kräutern und Rosen zum Verweilen ein. Vor den Toren des Klosters wird sogar Hopfen angebaut. Letzteres wundert wenig, da das berühmte «Ittinger Amber» hier im «Ambersaal» entwickelt wurde. In der Gegenwart dient die Kartause als Hotel und Eventort. Auch eine Käserei und eine Metzgerei befinden sich auf dem Areal. Die Schwyzer Gäste erkundeten neugierig die verschiedenen Orte im Kloster.

Mit vielen Eindrücken zurück ins Klosterdorf

Wie es aber so ist mit schönen Reisen – irgendwann ist auch diese zu Ende. So bestiegen die Ausflügler nach einem kurzen Abstecher in das Kartause-Lädeli wieder den Bus. Nach einer sicheren Fahrt kamen die Heimkehrer am Abend wieder wohlbehalten und mit vielen Eindrücken im Rucksack in ihrem Klosterdorf an.

Text: Melanie Bisig
Bilder: KAB-Vorstand

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