«Dankä sägä söllsch im Läbä!» – die Worte des ergreifenden Schlusslieds des Kirchenchors Bennau waren wie ein Motto für die diesjährige Wallfahrt der Pfarrei Einsiedeln nach Sachseln. Bei strahlendem Sonnenschein und schweisstreibenden Temperaturen machten sich rund 200 Gläubige auf den Weg zu Bruder Klaus – darunter die Erstkommunikanten, viele Familien sowie der verstärkte Kirchenchor Bennau unter der Leitung von Heidy Sangiorgio.

Man hätte den Tag auch als Drei-Generationen-Wallfahrt bezeichnen können. Bereits im Car begrüsste Pater Basil die Gruppe und leitete zum Tagesthema über: Frieden. Passender könnte es kaum sein, denn Bruder Klaus ist für viele Menschen bis heute ein Sinnbild des Friedens.
„Friede – ein kleines Wort“
Zur feierlichen Eucharistie in Sachseln begrüsste Wallfahrts-Kaplan Ernst Fuchs die grosse Gruppe aus seiner Heimat mit persönlichen Worten: „Sachseln und Einsiedeln – das sind die beiden bedeutendsten Wallfahrtsorte der Schweiz. Es berührt mich sehr, euch Einsiedlerinnen und Einsiedler heute hier willkommen zu heissen.“

Auch Pater Basil nahm in seiner Begrüssung nochmals das Thema des Tages auf: „Frieden – ein kleines Wort mit grosser Wirkung. Bruder Klaus hat es mit seinem Leben verkörpert.“ In der Predigt wandte sich Kaplan Fuchs besonders den Erstkommunikanten zu und fand Worte, die auch die Erwachsenen nachdenklich stimmten.

Wie vor 30 Jahren – Gemeinschaft spüren
Nach dem Gottesdienst wurde ins Flüeli disloziert. Während die Erwachsenen bequem im Car fuhren, nahmen viele Kinder mit ihren Eltern den Fussweg unter die Füsse. Im Schatten der Bäume tat eine Pause gut – die Hitze liess die Suche nach kühleren Plätzen zur Priorität werden.
Der Nachmittag im Ranft – Impulse für Herz und Seele
In der unteren Ranftkapelle versammelten sich die Kinder zum Gebet, während die Erwachsenen sich in der Flüeli-Kapelle einfanden. Pater Basil leitete den Nachmittag für die Erwachsenen ein und sprach über die Radikalität des Bruder Klaus: „Dort, wo das Reich Gottes beginnt, geht es nicht mehr um das Äussere. Bruder Klaus hat mit seinem Leben gezeigt, wie Frieden wachsen kann – durch das Leiden Gottes, das er in seinem Herzen trug.“ Kaplan Ernst Fuchs stellte den Heiligen nochmals ins Zentrum: „Ihr sollt das Leiden Gottes in eurem Herzen tragen.“
Der Chor Bennau fasste diesen intensiven Tag im letzten Lied wunderbar zusammen: „Dankä sägä söllsch im Läbä.“
Zum Abschluss empfingen alle den persönlichen Segen – mit der Reliquie des heiligen Bruder Klaus. Pater Basil wies bereits auf das kommende Jahr hin: „Die Wallfahrt wird nächstes Jahr eine Woche früher stattfinden.“
