Sternsingen verbindet und hilft über alle Grenzen hinweg

Wie in den letzten Tagen in allen anderen Vierteln und in Einsiedeln waren auch in Bennau wieder die Sternsinger unterwegs, um Segen zu bringen und unter dem Motto «Schule statt Fabrik» ein Zeichen für Gerechtigkeit und Hoffnung für Kinder weltweit zu setzen.

«Die Leute freuen sich schon sehr auf euch!» Mit diesem Satz begrüsste Pater Basil am Dreikönigstag die warm eingepackten Bennauer Sternsinger vor der Kirche. Zuerst ging es dann aber hinein, wo bereits etliche jüngere und ältere Erwachsene und Kinder warteten und sie beim Einzug willkommen hiessen. Danach wurden einerseits die Sterne gesegnet, die den Kindern den Weg weisen, und andererseits die Kleber mit dem Segensspruch «20*C+M+B+26», die an den Türen daran erinnern sollen, dass Gott unter und mit uns ist. Ebenso bekamen auch die Sternsinger den Segen mit auf ihren Weg, und gleichzeitig bedankte sich Pater Basil bei ihnen, dass sie diesen Brauch aufrechterhalten würden. «Ihr habt eine wichtige Botschaft», meinte er dazu und verglich sie mit den Drei Königen, die sich auch vom Stern von Bethlehem leiten liessen und nicht so genau wussten, was sie erwartete. Diese Worte unterstrich er mit der Weihnachtsgeschichte aus dem Matthäus-Evangelium, und die drei ältesten Sternsinger Svea, Seraina und Sven trugen die entsprechenden Fürbitten dazu vor.

Bevor es dann für die zwölf Könige Kaspar, Melchior und Balthasar in drei Gruppen losging, wurde von Pater Basil noch das von den Kirchenbesuchern mitgebrachte Salz und Wasser gesegnet, auch eine sympathische Tradition im Viertel Bennau. Nun hiess es für die Sternsinger nur noch, Handschuhe anziehen, von den langjährigen Begleiterinnen Marianne Auf der Maur und Sonja Fässler die Türkleber entgegenzunehmen, die Sammelbüchsen zu fassen und sich in verschiedenen Richtungen auf den Weg zu machen. Und mit etwas Stolz zeigten sie auch das Armband mit dem Segensspruch darauf, das sie für ihren Einsatz von der engagierten Organisatorin Frau Auf der Maur geschenkt erhalten hatten und welches sie dank ihrer wichtigen Mission mit Kindern, denen es nicht so gut geht wie ihnen, symbolisch verbindet.

Türen und Herzen öffnen

Dieses Jahr steht die Aktion Sternsingen nämlich unter dem Motto «Schule statt Fabrik», arbeiten doch leider immer noch weltweit Millionen von Kindern unter härtesten Bedingungen, statt zur Schule zu gehen. Damit beginnt meist ein Kreislauf der Armut, der sich über Generationen fortsetzt. Ohne Bildung fehlt die Chance auf einen Beruf, und damit wächst auch für die eigenen Kinder die Gefahr, ebenfalls arbeiten zu müssen. Diesen Teufelskreis will die diesjährige Sternsinger-Aktion zusammen mit ihren Partnerorganisationen aufbrechen und konkret in Bangladesch Projekte, welche Kindern den Weg aus der Zwangsarbeit hin zu Bildung, Selbstbestimmung und einem besseren Leben ermöglicht, unterstützen. Schliesslich hat jedes Kind auf unserer Erde laut Kinderrechte der Vereinten Nationen ein Recht auf Bildung und Spiel und damit auf eine eigentliche Kindheit, aber auch auf eine sichere Zukunft.

So öffneten denn zahlreiche Bennauer ihren Sternsingern Türen, Herzen und auch grosszügig die Geldbeutel und setzten sie mit ihrer Solidarität ein Zeichen der Hoffnung. Ja, etliche baten die drei Könige bei diesen eisigen Temperaturen gar an die Wärme und freuten sich über das Lied «Das isch de Stärn vo Bethlehem» und über die Worte des Segens und des Dankes, welche die Kinder erfrischend und von Herzen zum Besten gaben.

Zum Schluss des Nachmittags trafen sich die drei Gruppen zusammen mit ihren Begleiterinnen im Lädäli-Träff in Bennau, wo sie eine wohlverdiente Stärkung in Form von Hot Dog und Punsch geniessen und sich miteinander voll Begeisterung über das Abenteuer Sternsingen austauschen konnten. Und sich natürlich über die freundliche Aufnahme und die Grosszügigkeit der Bennauer Bevölkerung freuten!

 

 

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