Auferstehung
Auferstehung: Wenn wir davon sprechen, denken wir meist an das Leben nach dem Tod. Kinder nennen es Himmel. Wir Erwachsenen sehnen uns nach Vollendung. Wir wünschen uns, dass einmal alles gut wird. Leben mit Gott, Versöhnung mit sich selbst und unseren Mitmenschen.
Auferstehung: Vielen fällt es heute schwer, daran zu glauben. Auch ich habe immer wieder meine Zweifel und stelle vieles in Frage, was uns die Kirche lehrt. Über vieles habe ich nachgedacht und auch gelitten. Doch zwei Dinge sind für mich klar: dass es Gott gibt und dass er uns im Tod nicht fallen lässt.
In der Begleitung mit Menschen
In der Begleitung mit Menschen, welche einen lieben Menschen verloren haben, stellt sich die Frage nach dem Leben nach dem Tod immer wieder. In der Trauerarbeit nenne ich oft drei Gründe, woran ich glaube.
Erstens: Wenn Menschen einander lieben, wollen sie nicht, dass der Geliebte ins Nichts fällt. Liebe geht somit über den Tod hinaus. Da Gott uns seit unserem ersten Atemzug liebt, wird er uns nicht ins Nichts fallen lassen.
Zweitens: Unser Äusseres ändert sich laufend. Fast alle Körperzellen werden innerhalb weniger Jahre komplett erneuert. Doch wir blieben uns selbst. Unsere Identität bleibt. Die Konstante unseres Lebens ist also geistig.
Und drittens: Die Jünger Jesu haben dessen Auferstehung mit Leib und Leben bezeugt. Sie haben alles dafür gegeben – sogar ihr Leben. Das hätten sie wohl kaum getan, wenn alles eine Lüge gewesen wäre. Sie müssen etwas unglaublich Neues erfahren haben.
Auferstehung mitten in meinem Alltag
Was kann meine Hoffnung an die Auferstehung und das Leben nach dem Tod bewirken? Ändert sich dadurch etwas in meiner Lebenseinstellung? Hat die Auferstehung schon einen Einfluss auf mein Leben im Hier und Jetzt? Lebe ich anders mit dieser Hoffnung? Ich kann überzeugt ja sagen.
Das Leben vor dem Tod fühlt sich für mich anders an, weil ich hoffe auf das Leben nach dem Tod. Diese Hoffnung nimmt mir die Angst und schenkt mir Gelassenheit.
Wenn ich diese Angst verliere, erfahre ich Auferstehung mitten in meinem Alltag. Ich kann gelassen sein im Vorletzten, weil ich geborgen bin im Letzten. Eine solche Hoffnung wünsche ich uns allen. Im Moment haben viele Angst um die Zukunft.
Hin und wieder ich auch. Gerade in der gegenwärtigen Situation sehnen sich viele von uns nach einer Perspektive und nach Halt. In einer Kultur der Angst, Resignation, Unsicherheit, Wut und Ohnmacht braucht es Menschen, welche Zuversicht schenken.
Etwas ganz Neues
Es gibt Auferstehung, aber sie ist ganz anders als wir denken. Es ist keine Wiederbelebung von etwas Altem, sondern etwas ganz Neues. Das Leben nach dem Tod wird anders sein, als wir es uns vorstellen. Unsere Hoffnung wird erfüllt, aber anders, als wir es erwarten.
Es geht nur miteinander!
Könnte es mit dem Leben vor dem Tod nicht genauso sein?Wir werden uns verändern, wenn wir solidarisch miteinander sind! Wir werden Brückenbauer, wenn wir unsere eigenen Ansprüche herunterschrauben und anderen helfen.Wir schaffen Frieden, wenn wir andere Meinungen und Ansichten anerkennen. Es geht! Aber es geht nur miteinander!
P. Aaron Brunner
