Pfarreireise

In Siebenbürgen, auch das Land hinter den Wäldern, Transsilvanien genannt, gibt es viel zu entdecken. Das von dem Karpatengürtel umschlossene, fruchtbare Hochland weist nicht nur überwältigende Landschaftspanoramen, sondern auch eine unerschöpfliche Vielfalt an Baudenkmälern auf.

Der ungarische König Géza II. rief die Siedler zur Erschliessung des Landes, um das Gebiet gegen den Mongolensturm und die Türkeneinfälle zu verteidigen. So entstanden befestigte Städte und zahlreiche dörfliche Kirchenburgen. Es wurde eine intensive Besiedlungspolitik betrieben. Wir bewegen uns vorwiegend auf den Spuren der Siebenbürger Sachsen, die eine einzigartige Kirchenburgenlandschaft -ein immenses Kulturerbe- hinterlassen haben.

Die Siebenbürger Sachsen, die Magyaren und die Szekler gehören fast vollzählig der Westkirche an, während die Rumänen der Ostkirche angehören. Siebenbürgen war, und ist heute noch, eine Kontaktzone zwischen der westlich-lateinischen und der östlich-byzantinischen Kultur. Von byzantinischen Einflüssen zeugen die Moldauklöster im Norden Rumäniens mit ihren wunderbaren Freskenmalereien an den Aussenwänden der Klöster. Diese gelten als Meisterwerke und sind einzigartig in Europa.

Siebenbürgen ist und war eine Vielvölkerregion. Hier leben viele verschiedene Kulturen und Religionen friedlich neben einander: Siebenbürger Sachsen, Rumänen, Szekler, Magyaren, Zigeuner und andere Kulturen. Hier entstand im 16. Jahrhundert die erste Religionsfreiheit Europas.

Höhepunkte unserer Reise sind persönliche Begegnungen und Kontakte mit drei Hauptkulturen, drei Traditionen, drei Sprachen und drei Konfessionen.

Sehenswürdigkeiten, Gastfreundschaft, kulturelle Köstlichkeiten, authentische Sozial- und Zeitgeschichte, bewegende Erzählungen, landesübliche Scharfzüngigkeit humorvoll präsentiert von allem ist auf der Reise etwas zu erleben.

Leitung
Marianne Hallmen, in Siebenbürgen geboren und Pater Aaron Brunner, Kloster Einsiedeln. In Zusammenarbeit mit George Turism und Fachleuten vor Ort.

Unterkunft
Wir werden in guten 3* und 4* Hotels und in sächsischen Bauernhäusern übernachten.

Kosten
CHF 2'390.- pro Person im Standard-Doppelzimmer, Einzelzimmerzuschlag CHF 190.- Im Preis inbegriffen sind Hin- und Rückflug, Carfahrten in Rumänien, alle Ausflüge, Eintritte, Gebühren, Folkloreprogramm, Picknicks, Halbpension in den Hotels oder speziellen Restaurants, die erwähnten Mittagessen, Reiseleitung und Informationsunterlagen. Ausser Taschengeld für Getränke, Souvenirs, Trinkgelder und einige Mahlzeiten haben Sie keine Zusatzauslagen!

Anmeldung
Schriftlich oder per E-Mail bis spätestens Freitag, 3. Juli 2020 an: Kath. Pfarramt, Kloster, 8840 Einsiedeln, sekretariatpfarrei-einsiedeln.ch.

Reiseprogramm

Donnerstag, 1. Oktober 2020
13.15 Abflug Zürich mit Swiss
17.30 Klausenburg (Cluj Napoca) an
Erste Eindrücke und Begrüssung durch die Reiseleitung vor Ort. Besichtigung der Altstadt von Klausenburg mit der orthodoxen Kathedrale und der Sankt-Michael-Kirche im gotischen Stil.
Übernachtung in Klausenburg

Freitag, 2. Oktober
Klausenburg Moldau
Fahrt mit dem Zug durch die Ostkarpaten in die Bukowina. In Pojorata steigen wir wieder in den Bus und fahren über den Dreihügelpass zu den Moldauklöstern.
Übernachtung in Sucevita.

Samstag, 3. Oktober
Moldau Niklasmarkt (Gheorgheni)
Wir begeben uns in die herrliche Naturlandschaft der Moldau mit den drei orthodoxen Klöstern Sucevita, Moldovita und Voronet. Die Bukowina ist eine kleine, in sich geschlossene Landschaft der Moldau mit wunderschönen Bergen und Wäldern. Diese Region wird als Wiege der rumänischen Orthodoxie betrachtet.

In dieser herrlichen Naturlandschaft entstanden im 16. Jahrhundert die bemalten Klosterkirchen. Sie sind mit reichen Freskenzyklen geschmückt, die mit leuchtender Farbenpracht Innen- und Aussenwände zieren und ein eindrucksvolles Bild des lebendigen Christentums der damaligen Zeit bieten. Wir besichtigen die Klosterkirche von Moldovita, in der Schwester Tatiana uns eine umfassende Einführung in die Ikonografie gibt.

Dann verlassen wir die Moldau und kommen wieder in das historische Siebenbürgen. Dort besuchen wir zuerst im Land der Szekler, einem magyarischen Volksstamm, Niklasmarkt (Gheorgheni). Hier startete 2011 die «Stiftung Lebensqualität« das Projekt-Siebenbürgen» unter der Leitung des Muotathaler Koni Suter. Heute läuft das Projekt unter dem Titel «mythen-fonds» in enger Zusammenarbeit mit Agro Caritas Rumänien, die sich der ländlichen Entwicklung Siebenbürgens verschrieben hat. Wir erhalten einen Einblick in diese Projektarbeit und geniessen bei einem ungarischen Gulasch und Folklore einheimische Kultur.
Übernachtung im Bildungshaus St. Benedikt in Niklasmarkt

Sonntag, 4. Oktober
Niklasmarkt Kronstadt
Weiterfahrt nach Kronstadt. Bei unserem Stadtrundgang durch Kronstadt (Brasov) besichtigen wir den Markt und die historischen Bauten. Höhepunkt wird die Schwarze Kirche sein, ein imposanter gotischer Bau aus dem 14. Jahrhundert mit der für ein evangelisches Gotteshaus ungewöhnlichen Sammlung orientalischer Teppiche.
Übernachtung in Deutsch-Weisskirch in sächsischen Bauernhäusern

Montag, 5. Oktober
Deutsch-Weisskirch
In diesem typischen sächsischen Dorf mit der schönsten Bauernburg Siebenbürgens, verbringen wir den ganzen Tag. Das Dorf wurde mithilfe von Prinz Charles aus Grossbritannien komplett restauriert und steht unter UNESCU Schutz. Zuerst besichtigen wir die Wehrkirche. Auf einem Spaziergang im Dorf tauchen wir mit Gerhild Gross in das pure Dorfleben ein. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Es besteht aber auch die Möglichkeit mit Pferdewagen die Umgebung zu erkunden. Dietmar Gross begleitet uns auf dem Weg und erzählt uns über sein Engagement für nachhaltige Forstwirtschaft.
Übernachtung in Deutsch-Weisskirch in sächsischen Bauernhäusern

Dienstag, 6. Oktober
Schässburg - Bogeschdorf
Unser nächster Stopp ist Schässburg. Hier erwartet uns das schönste, unberührte mittelalterliche Stadtbild des Landes - es war bereits oft als Filmkulisse zu bestaunen. Sehenswert ist auch der markante Stundturm, die Berg- und Klosterkirche und das alte Gymnasium, zu welchem eine Holztreppe mit 170 Stiegen führt. Weiterfahrt nach Bogeschdorf. Dort erzählt uns Helmuth Gaber seine spannende Geschichte vom Wiederaufbau der Weinberge und Agrarflächen auf Königsboden, die seine Vorfahren seit 1318 betrieben haben. Hier degustieren wir den köstlichen Wein TERRA REGIS vom Königsboden.
Übernachtung in Mediasch

Mittwoch, 7. Oktober
Holzmengen (Hosman)
Unsere Reise führt uns weiter nach Holzmengen, wo wir Jochen und Gabriela Cotaru treffen. Die beiden kamen vor ca. 10 Jahren aus Deutschland hierher und kauften ein Haus im Dorf. Zusammen mit anderen betreiben sie eine Mühle, halten Tiere und bieten ihre Produkte zum Verkauf an. Bei einem gemütlichen Transsilvanian Picknick lassen wir uns von ihnen alles über die Initiativen des Vereins «Hosman Durabil» erklären, deren Ziel die Bekanntmachung und Bewahrung der dortigen Natur- und Kulturlandschaft aber auch die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes und der Region ist. Anschliessend besuchen wir die Kirchenburg von Holzmengen. Vom Rundgang aus geniessen wir die herrliche Panoramasicht. Dort empfängt uns der Bezirksdekan Hans-Georg Junesch, der uns die Arbeit im Jugendbegegnungszentrum vorstellt.
Übernachtung in Hermannstadt

Donnerstag, 8. Oktober
Stolzenburg - Hermannstadt und Kerz
Am Vormittag fahren wir nach Stolzenburg. Pfarrer Klaus Martin Untch empfängt uns in der evangelischen Kirche und der Schweizer Organist Jürg Leutert gibt uns Einblicke in die erlebnisreiche Orgelwelt von Siebenbürgen. Danach verbringen wir entspannte Stunden bei einem traditionellen Picknick in der Burgruine mit ihrer wunderbaren Theaterkulisse. Rückfahrt nach Hermannstadt. Beim geführten Stadtrundgang mit Stefan Bichler, ein Experte der Geschichte der Siebenbürger Sachsen, entdecken wir die Wahrzeichen dieser mittelalterlichen Stadt: der Grosse Ring mit ehrwürdigen Bürgerhäusern, der Bischofspalais, die katholische Kirche, die Synagoge und der kleine Ring. Am späten Nachmittag geht es weiter nach Kerz, einem ehemaligen Zisterzienserkloster, das 1202 gegründet wurde. Führung durch die Abtei durch Pfr. Michael Reger und gemeinsame Taizé- Andacht.
Übernachtung in Hermannstadt

Freitag, 9. Oktober
Karlsburg (Alba Iulia)
Am Morgen fahren wir nach Alba Iulia, wo wir am Gottesdienst in der römisch-katholischen Kirche in Karlsburg teilnehmen, im Dom von Weissenburg. Alba Iulia ist die Erzdiözese der römisch-katholischen Kirche. Hier ernannte Papst Paul der II. 1991 den Erzbischof. Nach dem Gottesdienst Rückfahrt nach Hermannstadt. Mittagessen im «Jungen Wald», wo wir die Seele baumeln lassen. Anschliessend fahren wir direkt zum Flughafen.

Rückflug:
15.55 Abflug Hermannstadt
19.00 Ankunft Zürich

Flyer

Kath. Pfarramt
Kloster
8840 Einsiedeln
055 418 62 11
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