KAB-Gottesdienst am 1. Mai

Bereits zum vierten Mal wurde der KAB-1. Mai-Gottesdienst in einem Betrieb abgehalten. Rund 60 Besucherinnen und Besucher durften nach einer Betriebsführung durch die Kerzenfabrik Lienert einen ergreifenden Gottesdienst mit P. Basil Höfliger miterleben.

Die Absicht der Einsiedler KAB unter Präsidentin Monika Tschümperlin, Glaube und Arbeitswelt zu verbinden, erwies sich in den letzten vier Jahren als zündende Idee. Der 1. Mai sollte Anlass sein, sich mit Schwierigkeiten von Arbeitnehmern auseinanderzusetzen und gleichzeitig für alle in unserer Gesellschaft zu beten, die keiner Arbeit nachgehen können.

Wenn ohne Lichtblick nichts geht
Was der Familie Lienert am 23. Mai 2016 widerfahren ist, kann kaum in Worte gefasst werden: In ein paar Stunden wurde ihr Lebenswerk ein Raub der Flammen. Heute, knapp zwei Jahre später, werden auf der gleichen Grundfläche mit 25 Mitarbeitern Kerzen in allen Variationen produziert. Patron Othmar Lienert und Sohn Lukas führten die zwei KAB-Gruppen mit kompetentesten Erklärungen durch den Betrieb. Erstaunlich, wie viel Handarbeit nebst Maschineneinsatz notwendig ist. Paraffin von höchster Qualität, Bienenwachs und Docht werden verarbeitet, aus 70 Farben kann gewählt werden, Rechaud- und Osterkerzen bilden nur einen ganz kleinen Teil der riesigen Kollektion.

Das Thema Lichtblick - so heisst auch das Infoblatt der Kerzenfabrik Lienert - war im anschliessenden Gottesdienst auch das Thema, welches P. Basil für diesen 1. Mai gewählt hatte. Das Licht war immer ein reines Geschenk, heute ist es zum Konsumgut geworden. Eine noch so grosse Flutlichtanlage ist nicht in der Lage, die Stimmung einer einzigen Kerze zu erzeugen. Jesus sagte: "Ich bin das Licht der Welt; wer mir folgt, wird das Licht des Lebens haben." P. Basil setzte die Bereitschaft für ein Gespräch dem Schenken von Licht gleich. Auch ein Lichtblick ist es, wenn man ja zu sich sagt und versucht, mit ganz kleinen Zeichen das Leben eines Mitmenschen zu erhellen. Immer wieder schweifte der Blick der Zuhörer während der Eucharistiefeier für kurze Zeit auf die vielen Kerzen im Raum. Am Schluss dankte P. Basil und gab seiner Freude Ausdruck, dass in diesem Betrieb Wirtschaftlichkeit und soziale Firmenpolitik Hand in Hand gingen. Beim abschliessenden Apéro wurden viele Smalltalks auf das Thema "Kerzen" gelenkt. Dass am Ende des KAB-Anlasses alle Besucher eine Kerze als Erinnerung an den informativ-besinnlichen Besuch mitnehmen durfte, ist natürlich eine ganz nette Geste des rund 200-jährigen Einsiedler Familienunternehmens.
 

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